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VW-Skandal trübt Optimismus deutscher Manager kaum

26.10.2015 um 12:36 Uhr

- von Rene Wagner und Jörn Poltz

München/Berlin (Reuters) - Der VW-Skandal lässt die deutschen Firmenchefs weitgehend kalt.

Ihre Stimmung trübte sich im Oktober nur leicht ein: Das entsprechende Barometer für das Geschäftsklima fiel um 0,3 auf 108,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Damit endete zwar eine Serie von drei Anstiegen in Folge, doch hatten Ökonomen wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen und der schwächeren Nachfrage aus Schwellenländern wie China einen noch stärkeren Rückgang erwartet. "Die deutsche Konjunktur zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig gegenüber den vielfältigen Herausforderungen des Herbstes", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "So ist die Automobilindustrie vom VW-Skandal unbeeindruckt."

Der Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers geht allein auf die etwas schlechtere Bewertung der aktuellen Geschäftslage zurück. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerteten die Führungskräfte dagegen so gut wie seit März 2015 nicht mehr. In den einzelnen Wirtschaftszweigen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Bei den Dienstleistern und in der Baubranche verbesserte sich die Stimmung, während sie im Großhandel stabil blieb. Im Einzelhandel und in der Industrie zeigte das Barometer nach unten. Dabei beurteilten die Manager in der Industrie aber nur die Lage etwas schlechter, die Aussichten dagegen besser.

Das Geschäftsklima im Automobilsektor hellte sich trotz des VW-Skandals sogar auf. "Die Produktion soll gesteigert werden", sagte Sinn. "Nur vom Export werden keine weiteren Impulse mehr erwartet." Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe ergänzte im Reuters-Interview: "Falls weniger Volkswagen-Fahrzeuge verkauft werden, wird das offenbar von den Absatzzahlen der anderen deutschen Hersteller kompensiert."

"NEGATIVE NACHRICHTEN PERLEN AB"

Volkswirte sehen die Wirtschaft weiter im Aufwind. "Die Schwäche der Schwellenländer und die Probleme bei VW haben zuletzt die öffentliche Wahrnehmung dominiert", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Doch diese Negativnachrichten perlen weitgehend an den deutschen Unternehmern ab." Ähnlich kommentierte Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank die Entwicklung: "Das schwächere Wachstum in vielen Schwellenländern stellt das deutsche Wachstumsmodell zwar auf die Probe, aber ein Abschwung ist nicht in Sicht", so der Europa-Chefvolkswirt. "Alles in allem zeigt sich, dass sich Deutschland weiterhin in einem moderaten Aufwärtstrend befindet - vor allem getragen durch die stabile Binnen-Nachfrage und durch die Stabilisierung der Konjunktur in den Euro-Ländern", ergänzte Ulrike Kastens von der Privatbank Sal. Oppenheim.

Auch die Bundesbank sieht die hiesige Wirtschaft weiter im Aufschwung. "Ausschlaggebend hierfür ist die anhaltend gute Konsumkonjunktur", schrieb sie in ihrem jüngsten Monatsbericht. "Der Beschäftigungsaufbau hat sich verstärkt, und die realen Einkommen der privaten Haushalte profitieren zusätzlich von höheren Verdiensten und niedrigeren Energiepreisen." Dies spiegele sich in steigenden Umsätzen in einigen konsumnahen Dienstleistungsbereichen wie dem Einzel- und dem Kfz-Handel sowie dem Gastgewerbe wider.

Im Sommer habe Europas größte Volkswirtschaft allerdings ein wenig an Schwung verloren, so die Bundesbank. Grund sei vor allem die geringere Nachfrage aus dem Ausland. "Die Exportgeschäfte konnten das zuvor erreichte sehr hohe Niveau nicht halten." Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent gewachsen, die Daten für das dritte Quartal veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 13. November.

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