Reuters

Wafer-Hersteller Siltronic sieht Talsohle durchschritten

26.10.2023
um 08:07 Uhr

München (Reuters) - Der Münchner Chip-Zulieferer Siltronic rechnet mit einer Stabilisierung des Geschäfts zum Jahresende.

Im laufenden vierten Quartal werde der Umsatz über den 349,1 Millionen Euro im dritten Quartal liegen, teilte der Münchner Hersteller von Siliziumscheiben (Wafern) für die Chip-Produktion am Donnerstag mit. Mit einem Ende der Nachfrage-Flaute bei den Halbleiter-Konzernen und deren Kunden sei aber nicht zu rechnen, weil die Lagerbestände weiterhin hoch seien. "Wir erwarten, dass sich die erhöhten Bestände auch in das Jahr 2024 hinein auswirken werden", warnte der Siltronic-Vorstand.

Für das Gesamtjahr 2023 sei mit einem Umsatzrückgang um währungsbereinigt 15 bis 17 Prozent zu rechnen, bei einer Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 28 bis 30 (Vorjahr: 37) Prozent. Die Marge läge damit in der oberen Hälfte der im Juli genannten Spanne. Nach neun Monaten erreichte sie 29,6 Prozent. Im Juli hatte Siltronic einen Umsatzrückgang um 14 bis 19 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2022 in Aussicht gestellt. Nach neun Monaten lag der Umsatz mit 1,16 Milliarden Euro 13 Prozent unter den Vorjahresniveau, für das dritte Quartal allein ergab sich ein Minus von 26 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) brach um 42 Prozent auf 99,1 Millionen Euro ein, der Nettogewinn sogar um zwei Drittel auf 35,1 Millionen Euro.

Mitten in den Abschwung hinein hat Siltronic in den Bau einer Wafer-Fabrik in Singapur investiert. "Um das erwartete Wachstum der Halbleiterbranche in den nächsten Jahren weiter begleiten zu können, investieren wir in unsere neue Fabrik in Singapur und stehen kurz davor, die ersten Wafer zu produzieren", sagte Vorstandschef Michael Heckmeier. Die Ausgaben belasten den Gewinn zusätzlich. In diesem Jahr werde Siltronic rund 1,3 (2022: 1,07) Milliarden Euro investieren, 2024 maximal noch halb so viel.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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