Drei gewagte Investmentideen für 2019 und darüber hinaus!

04.11.2019 um 14:26 Uhr

Das turbulente Börsenjahr 2019 hat bereits seinen Äquator überquert und steuert zielstrebig auf das letzte Viertel zu. Positive Impulse erwartet man von der kommenden Berichtssaison und einer möglichen Einigung im laufenden Handelsstreit zwischen den USA und China, der auch die globale Weltwirtschaf belastet. Die Hoffnung auf eine Jahresendrally stirbt bekanntlich nie und so schauen sich die Anleger nach passenden Alternativen um, um von einer möglichen Erholungsbewegung nachhaltig zu profitieren. Der TrendScout begibt sich dagegen auf eine globale Ebene, um wie immer das große Ganze im Blick zu haben und sehr spannende Trend- und Investmentrichtungen zu identifizieren.

In diesem Sinne willkommen zu der aktuellen TrendScout-Ausgabe, die sich mit der Frage beschäftigt, wo man 2019 sein Geld anlegen könnte, um davon sowohl noch in diesem Jahr als auch darüber hinaus profitieren zu können. Und die erste Variante, die uns in den Sinn kommt, sind natürlich die China-Stocks. Angesichts des laufenden Handelskriegs mag es seltsam klingen, dennoch bietet gerade China großes Wachstumspotenzial, das sich eben aus dem laufenden Handelskrieg ergibt. Diese These basiert auf der Annahme, dass chinesische Firmen durch die harte Wettbewerbspolitik und den US-Amerikanischen Protektionismus dazu gezwungen sind, ihre Strategien signifikant zu verändern, um die eigene Abhängigkeit von der westlichen Welt und gerade den USA zu verringern.  

Was hier also passiert, ist eine gesunde Umorientierung auf den heimischen Verbraucher sowie auf benachbarte Länder in der gesamten asiatisch-pazifischen Region, womit neue und nachhaltige Kapitalflüsse entstehen werden. Im Endeffekt dürfte dies langfristig zu einer deutlich gesünderen Ökonomie führen und in einem Wachstum mit einer besseren Profitabilität münden. Sollte man sich also langfristig für diese Trendrichtung interessieren, so wäre womöglich der Xtrackers Harvest CSI 300 China A-Shares ETF (ASHR) das richtige Instrument. Gleichzeitig hätte man einen schnellen Überblick über 300 chinesische Konzerne, die in diesem ETF enthalten sind. Und diejenigen, die eine große Vorliebe für Technologien haben, nehmen sich den KraneShares CSI China Internet ETF (KWEG) auf die Watchlist. Sollte es jedoch zu einer Einigung im Handelskonflikt kommen, so muss man chinesische Größen wie Alibaba, Tencent, Netease etc. unbedingt als Investmentalternative in Betracht ziehen.

Was einzelne Profiteure betrifft, die von der starken Konsumentwicklung auf dem heimischen Markt profitieren und in der Lage sind, aktuellen politischen und wirtschaftlichen Konflikten profitabel zu entkommen, so sticht hier gerade die Aktie des mit rund 17,79 Mrd. USD kapitalisierten Konzerns New Oriental Education (EDU) hervor. Der E-Learning-Spezialist ist neben Tal Education (TAL) einer der führenden Anbieter begehrter Bildungsangebote. Und dieser Trend schwächt sich in keiner Weise ab. Langfristig profitieren die beiden Firmen vom enormen Bevölkerungswachstum durch die Aufhebung der konservativen Ein-Kind-Politik. Katalysierende Wirkung spielt die wachsende chinesische Mittelschicht, die bessere Bildungschancen für ihren Nachwuchs in Anspruch nehmen möchte. Und dieses Verhalten spiegelt sich in den Ausgaben für die Bildung wider. Während es in den USA bzw. der westlichen Welt rund 2 % des Familieneinkommens ist, gibt eine chinesische Familie für den Nachhilfeunterricht ihres Nachwuchses rund 15 % ihrer Einkünfte aus. Und so fangen chinesische Kinder ihren langen Bildungsweg nicht selten bereits ab dem dritten Lebensjahr an und setzen ihn bis in die Studenten- bzw. Arbeitsanfängerphase fort.  

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New Oriental Education kann davon entsprechend profitieren. Das Unternehmen ist seit 25 Jahren im Bildungsgeschäft und verfügt mittlerweile über ein weitverzweigtes Netzwerk an Bildungszentren in 83 chinesischen Städten. Die Anzahl der Bildungseinrichtungen beläuft sich auf rund 1.233, wobei die Anzahl der Schüler zum 1. Quartal 2019 bei 8,4 Millionen lag.  

Operativ betrachtet konnte der Konzern zuletzt ebenfalls überzeugen. Dabei stieg der Q4-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 20,2 % auf 842,9 Mio. USD (Konsens: 830,9 Mio. USD). Das EPS von 0,60 USD lag jedoch knapp unter den erwarteten 0,61 USD. Sehr positiv entwickelte sich die Dynamik rund um die aktive Nachhilfe für Schüller sowie rund um die Nachhilfe für Vorschulkinder. Das Wachstum dieser Sparten lag bei +28,5 % und +31 %, was auf das große Potenzial dieser Bereiche hindeutet. Und so hat man Konzernangaben zufolge das online- und offline-integrierte, standardisierte Lehrsystem für das K-12-Geschäft weiterentwickelt, was im Allgemeinen nicht nur im Umsatz-, sondern auch in ein besseres Gewinnwachstum münden dürfte. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass man zukünftig auch ins Ausland expandieren könnte, was den Anfang einer ganz neuen Wachstumsstory bedeuten würde.

Eine weitere, vielversprechende Trendrichtung ist die 5G-Technologie, die sich aktuell noch ganz am Anfang eines langen Weges befindet. Und es steht viel auf dem Spiel. Großmächte wie die USA und China konkurrieren miteinander, wem es zuerst gelingen wird, die neue Generation des Mobilfunkstandards zu etablieren. Angetrieben wird das globale Infrastrukturwettrüsten durch die Annahme, dass 5G einen sehr großen Einfluss auf die Wirtschaft haben wird und zur Entstehung ganz neuer Geschäftsmodelle beiträgt. Zumindest war dies der Fall, als man seiner Zeit auf 4G umgestiegen war. Und da die USA zu dem damaligen Zeitpunkt bei der Infrastrukturetablierung der vierten Generation die Nase vorn hatten, gelang es dem Land, zum Mobile-Leader aufzusteigen, während sich internetbasierte Dienste wie Facebook, Instagram, Snap, Netflix und Co. zu globalen Plattformen entwickeln konnten. Gleichzeitig darf man auch nicht vergessen, dass die Entstehung von Uber und Airbnb ohne 4G überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Zukünftig wird 5G auch die Etablierung solcher Trends wie IoT, aber auch Virtual Reality, Telechirurgie und das autonome Fahren beschleunigen.

Gleichzeitig erwartet man, dass 5G und der Übergang zu Industrie 4.0 zu einer beschleunigten Etablierung von smarten Fabriken führen wird. Ausschlaggebend dafür ist die Notwendigkeit eines kostengünstigen, hochqualitativen automatisierten Herstellungsprozesses. Und der 5G-Standard mit seiner hohen Übertragungsrate von großen Datenpaketen und niedrigeren Latenzzeiten wäre imstande, diese Nachfragewünsche zu erfüllen. Folglich ist es sehr wahrscheinlich, dass schon in der nächsten Dekade völlig neuartige Produktionssysteme entstehen werden, die zahlreiche Sensoren, Aggregate, Maschinen etc. in ein neuartiges Produktionsnetzwerk der nächsten Generation verbinden werden. Dies wäre die Geburtsstunde des wahren industriellen IoT-Trends und einer vertieften Industrieautomation, wobei zahlreiche Geräte wie Maschinen, Roboter und Computer den zukünftigen Herstellungsprozess auf ein ganz anderes Produktivitäts- und Qualitätsniveau heben werden. Die Bedeutung dieser neuen industriellen Revolution auf die Wirtschaft wäre enorm. Gleichzeitig ist es gut denkbar, dass sie zur Entstehung ganz neuer Wirtschaftszweige und Businessnischen führen wird, deren Bedeutung sich zu diesem Zeitpunkt nur sehr schwer einschätzen lässt.  

Sollte man sich also als Trader oder Investor von dieser spannenden Zukunftsvision begeistern lassen, so wäre Defiance 5G Next Gen Connectivity ETF (FIVG) eine interessante Möglichkeit, den aufkommenden 5G-Trend zu spielen oder zumindest zu tracken. Das Produkt enthält 67 Aktien verschiedener Konzerne wie Skyworks Solutions (SKWS), Analog Devices (ADI), aber auch Akamai (AKAM) und AT&T (T), die aktuell fieberhaft an der Entwicklung von 5G-Produkten und am Aufbau von 5G-Infrastruktur arbeiten. Und sollte man sich dafür entscheiden, den 5G-Trend nicht mit einem ETF und abseits des Mainstreams zu spielen, so wäre der Blick Richtung der Aktie des mit rund 5,32 Mrd. USD kapitalisierten Konzerns Generac Holdings (GNRC) unabdingbar.

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Das Unternehmen ist ein kleinkapitalisierter ökofreundlicher Anbieter von Stromgeneratoren, die bspw. zur Absicherung von kritischer Infrastruktur oder der Notstromversorgung von Gebäuden zum Einsatz kommen. Die Aktie sprang in der Vergangenheit meist dann an, wenn Wirbelstürme die USA heimsuchten, weil durch das marode Stromnetz ein erhöhter Bedarf nach solchen Lösungen vorliegt. Und genau an dieser Stelle wird die GNRC-Bedeutung für die Stabilität des zukünftigen 5G-Netzwerks sichtbar. Die Infrastruktur ist extrem kritisch und sollte auch dann funktionieren, wenn es zu einem Stromausfall kommt. Im Gegenfall würden industrielle IoT-Systeme zusammenbrechen und die unabdingbare Kommunikation zwischen den Geräten würde eingestellt, was im Fall von smarten Fabriken oder selbstfahrenden Autos gravierende Folgen haben würde. Um also das neue System vor Ausfällen zu schützen, wird eine Menge von energieeffizienten Notstromversorgungslösungen benötigt, was Generac als einem führenden Anbieter von derartigen Produkten ein florierendes Geschäft bescheren dürfte. Damit verfügt das Unternehmen über eine interessante Wachstumsperspektive, die man unbedingt im Hinterkopf behalten sollte.

Abschließend werfen wir einen Blick Richtung Indien. Und das ist nur etwas für sehr risikofreudige Anleger. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass der indische Markt im Vergleich zu bspw. China noch weitgehend unentdeckt ist, was sich aber angesichts des großen Wachstumspotenzials schon in den kommenden Jahren ändern dürfte. Indien ist ein bevölkerungsreiches Land und gleichzeitig eine der aufstrebendsten Ökonomien der Welt. Die seit 1991 angesetzte staatliche Deregulierung und Privatisierungspolitik mündete logischerweise im wirtschaftlichen Aufschwung, der sich nun dank des digitalen Zeitalters und der zunehmenden Globalisierung beschleunigt. Im Grunde genommen macht Indien genau die gleiche Entwicklung durch wie etwa jüngst China, Brasilien oder auch Russland. Dabei ist diese in den kommenden Jahrzehnten quasi schon dazu prädestiniert, in wirtschaftlichen Aufschwung, steigenden Wohlstand und folglich stärkeren Konsumverhalten zu münden. Eine katalysatorische Wirkung spielt wie überall auf der Welt die allgemeine Globalisierung und Internetdurchdringung, wobei immer mehr indische Betriebe, Groß- und Kleinunternehmen, aber auch Konsumenten an das weltweite Handelsnetz angeschlossen werden. Das größte Wachstumspotenzial dürfte dabei für aufgeschlossene Trader und Investoren im Technologiesektor liegen.

Sollte man sich also für diese Investmentalternative auf der langfristigen Basis entscheiden, so wäre der Blick in Richtung solcher ETFS wie iShares India 50 ETF (INDY) oder iShares MSCI India ETF (INDA) nicht verkehrt. Wenn man aber zu den risikofreudigen Investoren gehört, so besteht auch die Möglichkeit, das zukünftige Wachstum mit den jeweiligen Unternehmen direkt zu spielen. Und wenn das der Fall sein sollte, so kommen Sie an der Aktie des mit rund 48,43 Mrd. USD kapitalisierten Konzerns Infosys (INFY) nicht vorbei. Das Unternehmen ist ein globaler Anbieter von konsultativen IT-Services. Dabei liefert der Konzern technologiebasierte Businesslösungen wie Technologieberatungen, Trainings, unterstützende Dienstleistungen während der Anwendung sowie Softwareentwicklung, Wartung und Testverfahren für Großunternehmen an. Gleichzeitig übernimmt man das Outsourcing einzelner Geschäftsabläufe. Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn werden seit bereits mehreren Jahren in Folge gesteigert. Das Kursverhalten ist jedoch zyklisch und volatil. Dennoch gelang es der Aktie in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 20 % zuzulegen.

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Viel Erfolg und seien Sie profitabel!

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