Reuters

VW kommt mit Kratzern durch die Krise und beschleunigt den Umbau

26.02.2021 um 15:12 Uhr

Hamburg (Reuters) - Volkswagen ist besser als erwartet durch das Corona-Krisenjahr gekommen und geht mit einem üppigen Liquiditätspolster in das entscheidende Jahr der Elektromobilität.

Der Betriebsgewinn brach zwar um 43 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro ein, wie der Konzern am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Darin war aber auch eine knappe Milliarde an weiteren Lasten bei der Aufarbeitung der Dieselaffäre enthalten. Analysten hatten mit einem sehr viel niedrigeren Ergebnis gerechnet. Für das laufende Jahr stellte der nach Toyota weltweit zweitgrößte Autobauer deutlich höhere Auslieferungen und einen signifikant steigenden Umsatz in Aussicht.

Der Konzern habe die Auswirkungen der Pandemie auf das Geschäft erfolgreich eingedämmt und gleichzeitig wichtige Weichen für die Transformation gestellt, erklärte Finanzchef Frank Witter. "Die jetzt vorliegenden finanziellen Ergebnisse sind deutlich besser als ursprünglich erwartet und zeigen, wozu unser Unternehmen gerade auch in einer Krise fähig ist." Den Schwung aus dem deutlich besseren zweiten Halbjahr 2020 wolle Volkswagen ins laufende Jahr mitnehmen. Zugleich sollten die Programme zur Senkung der Fix- und der Materialkosten den Konzern nachhaltig robuster machen. Das Management sei entsprechend optimistisch und traue sich eine operative Rendite am oberen Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 5,0 bis 6,5 Prozent zu. Der Umbau zu einem softwaregetriebenen Mobilitätsanbieter soll vorangetrieben werden.

Die Wolfsburger haben gerade erst den kompakten ID.3 und Elektro-SUV ID.4 an den Start gebracht. Weitere Modelle sollen in diesem Jahr folgen. Um die Investitionen neue Dienste und selbstfahrende Autos zu stemmen, ist entscheidend, dass das Geschäft rund läuft und dem Konzern genug Finanzmittel zufließen. Die Nettoliquidität erhöhte sich im abgelaufenen Jahr um rund 26 Prozent auf rund 26,8 Milliarden Euro. Die Barmittelzufluss (Netto-Cash-flow) sank um 40 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 8,8 (Vorjahr 14,0) Milliarden Euro. Daraus sollen die Aktionäre eine stabile Dividende von 4,80 Euro je Stamm- und 4,86 Euro je Vorzugsaktie zufließen. Für das vorangegangene Rekordjahr 2019 hatte Volkswagen ursprünglich 6,50 Euro beziehungsweise 6,56 Euro ausschütten wollen, die Erhöhung wegen der Corona-Krise später jedoch gestrichen und den verbliebenen Bilanzgewinn von 855 Millionen Euro auf neue Rechnung vorgetragen.

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