Reuters

US-Konsumgüterkonzern P&G steht vor Milliardenaufwendungen

05.12.2023
um 17:32 Uhr

Frankfurt (Reuters) - Der Konsumgüter-Multi Procter & Gamble plant wegen des starken Dollar ein Umbauprogramm in bestimmten Märkten und steht vor milliardenschweren Aufwendungen.

Die Restrukturierung werde sich weitgehend auf Nigeria und Argentinien konzentrieren, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Über zwei Geschäftsjahre hinweg fielen Belastungen von bis zu 2,5 Millionen Dollar für die Restrukturierung der Geschäfte sowie Wertberichtigungen bei der Tochter Gillette an. Auf den Rasierer-Hersteller Gillette, den P&G 2005 übernommen hatte, entfalle im laufenden Quartal eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von gut einer Milliarde Dollar.

Für die Kosten machte der Konzern den stärkeren Dollar verantwortlich. In Ländern wie Nigeria oder Argentinien sei es für ein Dollar-orientiertes Unternehmen sehr schwierig, Wert zu schaffen, sagte Finanzchef Andre Schulten. P&G will sein Textil- und Haushaltspflegegeschäft in Argentinien veräußern sowie seine Präsenz in Nigeria aufgeben und dort zu einem reinen Importmodell zurückkehren.

Die Wertberichtigungen bei Gillette führte das Unternehmen vornehmlich auf "technische Faktoren" wie höhere Zinsen und Wechselkurseffekte zurück. "Es hat also nichts mit der zugrundeliegenden Kernstärke des Geschäfts zu tun", erklärte Schulten. P&G-Aktien fielen an der Wall Street dennoch um mehr als zwei Prozent. Bereits 2019 musste P&G aufgrund von Währungsschwankungen Belastung von acht Milliarden Dollar für das Geschäft verdauen.

(Bericht von Juveria Tabassum und Patricia Weiß. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

The Procter & Gamble Co.

WKN 852062 ISIN US7427181091