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Greenpeace reicht Klage gegen OMV-Gasprojekt in Rumänien ein

13.02.2024
um 10:12 Uhr

Wien (Reuters) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zieht gegen das milliardenschwere Erdgas-Förderprojekt des österreichischen OMV-Konzerns und der rumänischen Romgaz im Schwarzen Meer vor Gericht.

Greenpeace Rumänien habe kürzlich Klage gegen den Flächenwidmungsplan eingereicht, der die Gasbohrungen im "Neptun-Deep"-Gasfeld grundsätzlich erlaubt, teilte die Organisation am Dienstag mit. Zudem prüfe Greenpeace Schritte im Falle einer Genehmigung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durch die Umweltbehörden. Die Unternehmen hätten die erforderlichen Unterlagen bereits den rumänischen Behörden zur Genehmigung vorgelegt.

Die rumänische OMV-Tochter Petrom und die staatliche Romgaz wollen insgesamt vier Milliarden Euro in die Erschließung des Tiefsee-Erdgasfelds investieren. Das Projekt zählt zu den bedeutendsten Erdgasvorkommen in der Europäischen Union (EU) und soll Rumänien unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen. Das erste Gas wird für 2027 erwartet.

"Die OMV plant mit Neptun Deep eines der größten Klimakillerprojekte in der EU", erklärte Greenpeace. Das Vorhaben gefährde bedrohte Delfine und torpediere Klimaschutzbemühungen. Das sei das Fazit einer Greenpeace-Analyse zu der über 1000 Seiten umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung. "Das Projekt durchschneidet zwei Naturschutzgebiete, leitet umweltschädliche Chemikalien ins Meer und treibt die klimaschädlichen Emissionen für weitere 20 Jahre massiv in die Höhe". Die NGO fordert, dass die rumänischen Behörden den Plänen eine Absage erteilen. "Das werden wir auch auf dem Rechtsweg einfordern", sagte Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich.

Die OMV weist die Kritik zurück: Das Projekt berücksichtige alle potenziellen Auswirkungen auf Umwelt und lokale Gemeinden, teilte der Konzern auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung seien die Auswirkungen auf die Umwelt, einschließlich jener auf Gesundheit, Klimawandel und biologische Vielfalt, auch in einem grenzüberschreitenden Kontext, bewertet worden. "Wenn erforderlich, werden Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen gesetzt". Die OMV wies zudem darauf hin, dass das Projekt für Rumänien von strategischer Bedeutung sei, da es einen Beitrag zu Energiesicherheit, Wirtschaftswachstum und Energiewende des Landes leiste. Die geschätzte CO2-Intensität liege deutlich unter dem Branchendurchschnitt, erklärte der Konzern.

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

OMV AG

WKN 874341 ISIN AT0000743059