Reuters

RWE kämpft nach Boomjahr mit sinkenden Strompreisen

14.03.2024
um 08:37 Uhr

Essen (Reuters) - Der Energiekonzern RWE erwartet nach deutlich gestiegenen Gewinnen 2023 im neuen Jahr schrumpfende Ergebnisse.

Das bereinigte Nettoergebnis werde 2024 am unteren Ende der Spanne von 1,9 bis 2,4 Milliarden Euro liegen, teilte der größte deutsche Stromerzeuger am Donnerstag mit. Ursache hierfür seien insbesondere die gefallenen Strom-Großhandelspreise. RWE hatte für 2023 bereits vorläufige Zahlen vorgelegt. Danach kletterte das bereinigte Ebitda im Konzern auch dank Zuwächsen im Handelsgeschäft auf 8,4 Milliarden Euro nach 6,3 Milliarden Euro. Die Aktionäre, darunter viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen, sollen für 2023 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie erhalten und für 2024 von 1,10 Euro.

Der Konzern steigerte im vergangenen Jahr seine Investitionen auf 11,4 Milliarden Euro nach 4,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor. RWE werde seine Ökostrom-Strategie fortsetzen, kündigte Vorstandschef Markus Krebber an. "Weitere 100 Projekte mit mehr als acht Gigawatt Gesamtkapazität sind bereits im Bau." Der größte Anteil der Investitionen sei mit 6,3 Milliarden Euro auf die Übernahme des US-Konzerns Edison Clean Energy Businesses entfallen. Weitere Mittel seien in neue Windkraft- und Solaranlagen sowie Batteriespeicher in Europa und den USA geflossen, ergänzt um Zukäufe in den Niederlanden und Großbritannien.

Im Ökostromgeschäft konnten die Essener 2023 deutlich zulegen. Die Sparte Wasser/Biomasse/Gas verbesserte ihr bereinigtes Ebitda auf 3,2 Milliarden Euro nach 2,4 Milliarden Euro. Im Handelsgeschäft steigerte der Konzern sein operatives Ergebnis auf 1,6 Milliarden Euro - ein Plus von 400 Millionen Euro.

RWE-Chef Krebber hat den früher stark auf Atom und Kohle ausgerichteten Konzern in den vergangenen Jahren auf Ökokurs getrimmt. Das deutsche Kohle- und Kernenergiegeschäft schloss als einziges Segment 2023 unter dem Vorjahresergebnis ab. Das bereinigte Ebitda ging auf 705 Millionen Euro zurück nach 751 Millionen. Damit habe es auch unter den Erwartungen abgeschlossen. Ein wesentlicher Grund waren niedrigere realisierte Strompreise. Zudem beendete RWE im April den Betrieb des Kernkraftwerks Emsland.

(Bericht von Tom Käckenhoff, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

RWE AG

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