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Rheinmetall auf Rekordkurs - "Neue sicherheitspolitische Dekade"

14.03.2024
um 09:02 Uhr

Düsseldorf (Reuters) - Der Rüstungskonzern Rheinmetall rechnet wegen Folge der russischen Invasion der Ukraine und der Aufrüstung der Nato-Staaten mit dauerhaft steigenden Umsätzen und Gewinnen.

"Eine neue sicherheitspolitische Dekade hat begonnen", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Donnerstag. Rheinmetall erwarte "anhaltend starkes Umsatz- und Ergebniswachstum". Erstmals in der Konzerngeschichte soll das prognostizierte Umsatzvolumen in diesem Jahr die Größenordnung von zehn Milliarden Euro erreichen. Zudem will der Konzern profitabler arbeiten: Die operative Ergebnisrendite werde bei 14 bis 15 Prozent erwartet nach 12,8 Prozent im Jahr 2023.

Rheinmetall fuhr 2023 einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf rund 7,2 Milliarden Euro ein. Dabei stiegen die Erlöse vor allem im Geschäft mit Kunden aus dem Militär-Bereich. Die Düsseldorfer verfehlten aber die eigene Prognose von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro. Einige Umsätze hätten sich wegen Terminanpassungen bei Auslieferungen auf das Jahr 2024 verschoben, hieß es zur Begründung. Das operative Ergebnis (Ebit vor Sondereffekten) stieg mit 19 Prozent noch deutlicher auf 918 Millionen Euro. Vor allem das margenstarke Geschäft mit Waffen und Munition trug dazu bei. Der Auftragsbestand erreichte zum Jahresende den Rekordwert von 38,3 (Vorjahr: 26,6) Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen für 2023 eine deutlich höhere Dividende von 5,70 Euro nach 4,30 Euro je Anteilsschein im Vorjahr erhalten.

Der russische Überfall auf die Ukraine hat für die westliche Rüstungsindustrie die Wende gebracht. Die Branche wird dringend für die Stärkung der Bundeswehr und der Truppen der Nato-Staaten gebraucht. Die Ukraine muss zudem mit mehr Munition versorgt werden, in Europa sind zahlreiche Lager leer. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte mehrfach an die Rüstungsindustrie appelliert, ihre Produktion wegen des Krieges in der Ukraine zu steigern. Das spielt auch Rheinmetall in die Karten. Der Konzern baut seine Produktion kontinuierlich aus. Erst im Februar hatte Rheinmetall mit dem Bau eines neuen Werks zur Versorgung der Bundeswehr mit Munition begonnen. Rheinmetall ist einer der größten Munitionsproduzenten weltweit.

Dies soll auch mittelfristig für Wachstum sorgen. Für das Jahr 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 13 und 14 Milliarden Euro. Zudem wolle Rheinmetall profitabler arbeiten. "Rheinmetall wird gebraucht, wenn es darum geht, den dramatisch gestiegenen Bedarf vieler Länder an militärischer Ausrüstung zu decken", hatte Papperger im November gesagt.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Rheinmetall AG

WKN 703000 ISIN DE0007030009