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Insider - Weiterer Wirecard-Angeklagter erwägt Geständnis

26.03.2024
um 07:57 Uhr

München (Reuters) - Im Strafprozess um die milliardenschwere Pleite des Finanzkonzerns Wirecard denkt Insidern zufolge ein zweiter der drei Angeklagten über ein Geständnis nach.

Nach den umfassenden Äußerungen des Kronzeugen Oliver Bellenhaus erwäge auch der frühere Chefbuchhalter Stephan von Erffa, Tatvorwürfe einzuräumen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag.

Erffas Verteidigung, die Staatsanwaltschaft und das Landgericht München hätten am Freitag über einen möglichen Deal gesprochen, sagten die Insider. Bisher gebe es aber keine Einigung. Laut Strafprozessordnung können sich die Beteiligten darauf verständigen, dass ein Angeklagter im Gegenzug für ein Geständnis eine Zusage des Gerichts über die Größenordnung der Strafe erhält. Das "Handelsblatt" hatte zuerst über die Sache berichtet. Das Gericht bestätigte, dass ein so genanntes Rechtsgespräch stattgefunden habe. Verteidigung und Staatsanwaltschaft wollten dazu keine Stellungnahmen abgeben.

Der Dax-Konzern Wirecard war im Juni 2020 zusammengebrochen, als aufflog, dass auf Treuhandkonten in Asien 1,9 Milliarden Euro fehlten. Auf der Anklagebank sitzt neben Erffa und Bellenhaus der frühere Vorstandschef Markus Braun. Die Staatsanwaltschaft sieht das Trio als Bande an, die Bilanzfälschung, Marktmanipulation, Untreue und Betrug begangen habe. Die Anklage stützt sich unter anderem auf Angaben von Bellenhaus, der Wirecard-Statthalter in Dubai war. Braun und Erffa haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

(Bericht von Jörn Poltz. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Wirecard AG

WKN 747206 ISIN DE0007472060