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Fonds nimmt VTG von der Börse - Herz verkauft nicht

25.02.2019 um 11:27 Uhr

München (Reuters) - Der neue Mehrheitseigentümer von VTG will den Hamburger Schienenlogistik-Konzern nun doch von der Börse nehmen.

Der Infrastruktur-Fonds von Morgan Stanley, der inzwischen 71 Prozent an dem Waggonvermieter hält, macht den übrigen Aktionären vorher - wie vorgeschrieben - noch einmal ein Angebot für ihre VTG-Papiere. Der Fonds bietet 53 Euro je Aktie, ebenso viel wie bei dem Übernahmeangebot Ende vergangenen Jahres. Der zweite Großaktionär, die Joachim-Herz-Stiftung der auch an Beiersdorf beteiligten Unternehmerfamilie, will seinen 15-Prozent-Anteil auch nach dem Delisting behalten. Damit muss Morgan Stanley maximal 210 Millionen Euro für die übrigen VTG-Aktien im Streubesitz hinlegen. Die VTG-Aktie sprang am Montag um sieben Prozent auf 53 Euro.

Bei der Finanzierung der Übernahme soll Morgan Stanley die kanadische Pensionskasse OMERS helfen, die sich ebenfalls auf Infrastruktur-Investments spezialisiert hat und in Deutschland bereits an der Autobahn-Raststätten-Kette Tank & Rast beteiligt ist. Sie will Insidern zufolge auch bei der VTG einsteigen.

Der Chefinvestor von Morgan Stanley Infrastructure Partners, Markus Hottenrott, warb für den Rückzug von der Börse. Die VTG könne ohne den Druck der Anleger langfristigere strategische Entscheidungen treffen. "Sie hat damit auch Zugang zu verschiedenen Kapitalquellen zu attraktiven Konditionen." Als erstes will Morgan Stanley hochverzinste Hybridpapiere der VTG über 250 Millionen Euro mit frischem Kapital ablösen.

Finanzinvestoren lassen sich ungern von anderen Aktionären in ihrer Handlungsfreiheit einschränken. Vor der Übernahme der VTG hatte Hottenrott allerdings noch gesagt, ein Delisting sei "nicht unser primärer Ansatz". Der VTG-Vorstand stellte sich hinter die Pläne.

Ein Unternehmen mit einem so großen Streubesitz und einem Marktwert von 1,4 Milliarden Euro von der Börse zu nehmen, ist ungewöhnlich. Rechtlich war es bis 2014 nicht erlaubt. Erst seit damals haben Aktionäre nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aber kein Recht mehr darauf, dass sie ihre Anteilsscheine an der Börse handeln können. Das haben auch die Investoren Bain und Cinven beim Pharmahändler Stada genutzt.

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