aktien Nr. 18 und Kolumne: "Wenn ich Milliardär wäre, würde ich..."


11.07.2016

Wenn ich Milliardär wäre, dann würde ich folgendermaßen investieren...

Kolumne von Simon Betschinger aus "aktien"

Liebe Leser,

wenn ich Milliardär wäre, dann würde ich einen guten Anteil meines Vermögens in eine Strategie auf amerikanische Blue Chip Dividenden-Aktien investieren. Dividenden-Strategien auf Blue Chips stellen die größte mir bekannte Marktanomalie dar. Bei geringerem Risiko als Index-Investments erzielten Blue Chip Dividenden-Aktien über längere Zeiträume regelmäßig höhere Renditen!

Von einer Markanomalie spricht man, wenn eine Strategie Ergebnisse produziert, die der Vorhersage des Capital-Asset-Pricing-Modells“ (CAPM) deutlich widersprechen. Das CAPM sagt voraus, dass höhere Renditen als ein Marktportfolio nur durch höhere Risiken zu erzielen sind. Das kann etwa durch riskantere Aktien oder durch einen Kredithebel auf das Marktportfolio geschehen.

Für mich ist bei Index-Investments der Drawdown der maßgebliche Risikobegriff. Unter dem Drawdown versteht man, den maximal erzielbaren Verlust innerhalb einer Betrachtungsperiode. Oder anders ausgedrückt: Der Drawdown gibt an, wie viel Geld ich verlieren kann, wenn ich mich beim Kauf und Verkauf maximal blöd anstelle.

Auf die Marktanomalie von Blue Chip Dividendenaktien bin ich erstmals vor etwa 10 Jahren im Klassiker „What works on Wall Street“ von O`Shaughnessy gestoßen. In diesem Buch stellt O`Shaughnessy die Performance-Daten einer Vielzahl von Anlagestrategien bereit. Er stellt fest, dass Portfolios, die aus Blue Chip Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen gebildet wurden, einen bedeutsam niedrigeren Drawdown als der Gesamtmarkt aufwiesen. Während die Blue Chips mit den höchsten Dividenden in der Spitze um -28,95 % korrigierten, musste der Geamtmarkt mit -46,59 % deutlich größere Rückschläge verkraften. Der Untersuchungszeitraum betrug etwa 40 Jahre.

Diese Anomalie hatte mich jahrelang beschäftigt. 2014 verfügten wir bei TraderFox dann endlich selbst über die Fähigkeiten, Strategien zu modellieren und zurückzurechnen. Unser „TraderFox Dividenden-Champions Defensive Index“ erzielte seit Anfang 1999 ein jährliche Rendite von 13,35 %. Der maximale Drawdown lag mit -36 % fast 20 Prozentpunkte unter dem des S&P 500.

(Infos zum Dividenden-Index finden Sie auf www.qix.capital)

Seit dem 02. Oktober 2015 ist unser Dividenden-Champions Defensive-Index börsennotiert. In den 10 Monaten seit Börsennotiz beträgt die Performance stolze 19,3 %. Aktuell sind im Index Blue Chip Aktien wie IBM, McDonalds, Travelers oder Thomsons Reuters enthalten.

Meine Erklärung für das Vorhandensein dieser Anomalie ist, dass das Börsenpublikum zu einem großen Teil aus Spielern besteht, die das schnelle Geld suchen. Das schnelle Geld versprechen glänzende Wachstumsstorys wie Tesla. Solide Renditemöglichkeiten auf lange Sicht werden oft links liegen gelassen, denn sie erscheinen langweilig und versprechen keinen Nevenkitzel.

Darüberhinaus scheint es, dass der Mean-Reversion-Effekt bei soliden Aktien funktioniert. Davon profitieren Dividendenstrategien.

Viel Erfolg wünscht
Ihr Simon Betschinger

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