Gefangen im Abwärts-Trend: Wann gelingt Gilead Sciences der Turn-Around?

Trader-Blog Patrik Uhlschmied 1.639 Leser
Gildead Sciences (GILD) ist mit einem Börsenwert von knapp 90 Mrd. USD eines der größten Biotech-Unternehmen der Welt. Es generierte 2016 einen Umsatz von mehr als 30 Mrd. USD und weist gerade einmal ein KGV von 8 auf. Im Vergleich zu den anderen Biotech-Schwergewichten ein wahres Schnäppchen: Amgen und Biogen haben jeweils ein KGV zwischen 13 und 14. Celgene wird sogar mit einem KGV von über 17 bewertet.

Doch Gilead bleibt seit 2015 weiterhin in einem Abwärts-Trend gefangen. Hierbei verlor das Biotech-Schwergewicht bereits 50% an Wert. Während Amgen und Celgene ein Ende der Korrektur im Biotech-Sektor andeuten, generiert Gilead ein neues Tief nach dem anderen. An was liegt das? Schafft das Unternehmen den Turn-Around?

Der Abwärts-Trend ist bei Gilead Sciences gewiss nicht nur technischer Natur. Im vergangenen Jahr erlitt das Unternehmen einen starken Umsatz-Einbruch. Die Aussichten für die Folgejahre fallen ebenso gering aus. Zusätzlich ist Gilead sehr stark von den Umsätzen im HIV- sowie dem HCV-Bereich abhängig. Beide Segmente sorgen für rund 90% aller Unternehmens-Umsätze. Auslaufende Patente und starke Konkurrenzprodukte machen dem Konzern hierbei zu schaffen.

Gilead verfügt liquide Mittel von über 16 Mrd. USD. Dieses Geld könnte der Konzern für weitere strategische Zukäufe nutzen. Immer wieder fallen in diesem Bereich zwei potenzielle Übernahme-Kandidaten: Incyte (INCY) sowie Kite Pharma (KITE). Gerade im Bereich Hämatologie konnte Incyte große Erfolge erzielen. Deren Flaggschiff-Produkt Jakafi gegen die hämatologische Erkrankung Myelofibrose entwickelt sich dabei als wahrer Kassenschlager. Kite Pharma hingegen punktet mit bahnbrechenden Studiendaten im Rahmen einer Krebsimmun-Therapie. Beide Unternehmen würden somit das Produkt-Portfolio vom Gilead-Konzern diversifizieren.


Charttechnische Betrachtung

Verglichen zu dem Aufwärts-Trend seit dem Jahre 2000 scheint der zwei Jahre alte Abwärts-Trend nur wenig aussagekräftig. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass innerhalb dieser zwei Jahre der Börsenwert um rund 50% verloren hat.



Mittlerweile notiert Gilead unmittelbar vor dem langjährigen Aufwärts-Trend. Hier befindet sich ungefähr das 61,8er Fibonacci-Retracement der vorangegangenen Bewegung. Nachdem das 50er Retracement nicht verteidigt werden konnte, gehe ich hier von einer Reaktion aus.



Fazit: Die Zukunft von Gilead ist ungewiss. Dennoch gehe ich davon aus, dass das Unternehmen den Herausforderungen gewachsen ist. Sinnvolle Übernahme-Kandidaten zur Erweiterung des Produkt-Portfolios müssen geprüft werden, um die Abhängigkeit der HIV- bzw. HCV-Produkte zu senken.

Ich platziere einen Kursalarm am langfristigen Aufwärts-Trend sowie dem 61,8er Fibonacci-Retracement.



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