Liebe Börsianer, die Seitenlinie wird attraktiver!

Schönen Sonntag, liebe Börsianer.
In den letzten Jahren waren wir Anleger sehr verwöhnt. Wir konnten unseren ETFs einfach beim Steigen zuschauen und mussten nichts weiter unternehmen. Das war nicht immer so. Von 2000 bis 2014 erreichte der Nasdaq-Index keine neuen Höchststände. Es war eine turbulente Zeit mit hoher Volatilität. In dieser Phase startete die Erfolgsgeschichte der TraderFox-Trading-Depots. Trading bedeutet, blitzschnell auf neue Marktentwicklungen zu reagieren, um die Drawdowns gering zu halten und Chancen aktiv zu nutzen.
Ich glaube, dass wir nun wieder vor turbulenteren Zeiten stehen.
Die Kreditausfallversicherungen für Frankreich steigen. Ludwig von Mises formulierte bereits 1944 in seinem Buch Bureaucracy (Bürokratie), dass ein Staat Probleme bekommt, wenn sich Abgeordnete zunehmend als Vertreter der Empfänger staatlicher Gehälter, Subventionen und Unterstützungsleistungen verstehen statt als Vertreter der Steuerzahler.
Letzte Woche haben wir den Cashanteil in den TraderFox Trading-Depots deutlich nach oben gefahren. Den Grund hierfür habe ich eben ausführlich im Webinar erläutert. Die Aufzeichnung zu meinem Brennpunkt-Webinar, Sonntag um 12 Uhr, "Neue Finanzkrise wegen Frankreich? So reagieren wir in den Trading-Depots!" ist nun auf Youtube verfügbar:
https://youtu.be/3WGNC-bAFxU
Betrachten Sie bitte folgenden Chart, der den Schuldenstand Frankreichs zeigt:

Und jetzt die Zinsentwicklung für 10-jährige französische Staatsanleihen. Die französischen Staatsfinanzen laufen nun mit mathematischer Gewissheit aus dem Ruder. Frankreich rechnet für 2027 bereits mit 91,2 Milliarden Euro Zinsausgaben, nach 79,2 Milliarden Euro im Jahr 2026. Das wird kommendes Jahr grob zu einem jährlichen Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte von 160 bis 180 Milliarden Euro führen.

Privat habe ich ebenfalls die größte Änderung an meiner Vermögensallokation seit dem Corona-Crash durchgeführt. Ich habe 20 % meiner ETF-Bestände aufgelöst und in Geldmarkt-ETFs umgeschichtet. Ich gönne mir eine Auszeit an der Seitenlinie. Warum?
Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Ich habe die Finanzkrise 2008/2009 hautnah miterlebt. Im Sommer 2007 begannen die Kreditausfälle im US-Immobiliensektor. Die Credit Default Swaps sprangen in die Höhe. Ich eröffnete Mitte 2007 sogar eine Short-Position auf Hypo Real Estate wegen der Probleme im Immobiliensektor, wurde aber von blind galoppierenden Bullen wieder rausgetrieben.
Meine bevorzugten Geldmarkt-ETFs sind: Xtrackers II USD Overnight Rate (WKN DBX0A0) und Xtrackers II EUR Overnight Rate (WKN DBX0AN).
Der Januar 2008 hat sich tief in mein Börsianergedächtnis eingebrannt. Auf einmal kamen die Aktienmärkte ins Rutschen, und zwar in einem Tempo, auf das man entweder vorbereitet war oder auf das man nicht mehr reagieren konnte.
Bin ich ein Bär? Nein, ich bin ein Technologieenthusiast und Dauerbulle. Aber ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Probleme der französischen Staatsfinanzen bald europäische Probleme sein werden. Zudem habe ich eine schöne Erinnerung an die Rally nach der Finanzkrise. Im März 2009 begannen die Kurse wieder zu steigen, und Aktien wie Dialog Semiconductor verzehnfachten sich. Meine höheren Cashbestände stehen nicht nur für Risikoaversion, sondern auch für die Spekulation, bei Marktrücksetzern gute Einstiege zu finden.
Und so sehen wir es auch bei TraderFox. Wir sind keine Bären geworden. Aber wir betrachten hohe Cashbestände als Möglichkeit, Chancen zu nutzen, die turbulente Märkte mit sich bringen.
Tipp: Mit dem Abo TraderFox Live-Redaktion komplett können Sie unsere Trading-Depots verfolgen:
https://traderzeitung.de/produkte.html
(Namensänderung, früher hieß das Abo Live-Trading-Research)
Viele Grüße
Simon Betschinger