Elementare Grundlagen der Chartanalyse

Eines der bekanntesten Standardwerke für Chartanalyse bzw. Technische Analyse ist „Technische Analyse der Finanzmärkte“ von John Murphy. Murphy definiert den Begriff folgendermaßen: „Technische Analyse ist das Studium von Marktbewegungen, in erster Linie durch den Einsatz von Charts, um zukünftige Kurstrends vorherzusagen.“[1] Damit das Ziel realistisch ist, zukünftige Kurstrends vorherzusagen, müssen zwei Prämissen akzeptiert werden. Erstens, „dass sich Kurse in Trends bewegen“.[2] Und zweitens, dass sich ein Trend mit höherer Wahrscheinlichkeit fortsetzt, als dass er sich umkehrt.[3] Die Hauptaufgabe der Chartanalyse ist dadurch beschrieben, bestehende Kurstrends zu identifizieren und anstehende Trendwechsel frühzeitig zu erkennen.
 
Es ist zunächst notwendig, das Trendkonzept zu definieren.[4] Marktbewegungen verlaufen nicht geradlinig, sondern als Abfolge von lokalen Hochs und lokalen Tiefs. Schaubild 1 zeigt eine solche idealtypische Marktbewegung. Ein Aufwärtstrend ist durch eine Sequenz ansteigender lokaler Hochpunkte und Tiefpunkte definiert. Ein Abwärtstrend dementsprechend umgekehrt als Sequenz absteigender lokaler Hochpunkte und Tiefpunkte. Der Trendverlauf in Schaubild 1 bildet demnach einen Abwärtstrend.
 
Ein lokales Tief fungiert als Unterstützungsniveau. Auf diesem Preisniveau war das Kaufinteresse höher als das Verkaufsinteresse. Der Kursverfall kam zum Erliegen und die Kurse gingen in einen ansteigenden Trendverlauf über. Genau umgekehrt verhält es sich mit lokalen Hochpunkten, die Widerstandsniveaus darstellen. Auf diesen Preisniveaus war das Verkaufsinteresse höher als das Kaufsinteresse. Der Kursanstieg wurde ausgebremst und die Kurse begannen zu fallen. Dieses Prinzip ist in Schaubild 1 veranschaulicht.  



Aus einer Sequenz lokaler Hochpunkte und Tiefpunkte lässt sich ein Preistrend ableiten. Damit eine Trendlinie eingezeichnet werden kann, müssen sich mindestens zwei lokale Preisextrema herausgebildet haben. Eine Trendlinie gilt als umso bedeutsamer, je mehr Berührungspunkte sie besitzt. In Schaubild 2 ist eine Abwärtstrendlinie eingezeichnet, die auf 3 lokalen Hochpunkten liegt. Eine Trendlinie ist ein Indikator für die Richtung und die Geschwindigkeit eines Preistrends. Solange sie nicht gebrochen wurde, bietet es sich an dem vorherrschenden Preistrend zu folgen. Der Bruch einer Trendlinie ist ein Signal für einen bevorstehenden Trendwechsel. In Schaubild 2 deutet der Bruch der Trendlinie darauf hin, dass die Sequenz fallender Hoch- und Tiefpunkte in eine Sequenz steigender Hoch- und Tiefpunkte übergehen wird.







[1] Murphy (2001, S. 21).
[2] Murphy (2001, S. 23).
[3] Murphy (2001, S. 24).
[4] Murphy (2001, S. 63ff.).
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